Kameras
Kameras halt - Erfahrungsberichte zu Kameras, mit denen ich schon gearbeitet oder gespielt habe; bei solchen mit Wechselobjektiven (wie bspw. die DSLRs) unabhängig von eingesetzten Gläsern.
Man unterscheidet verschiedene Kameratypen, und gerade in letzter Zeit ist das soviel Bewegung drin, dass ich mich kaum traue, hier etwas hinzuschreiben. Ich beschränke mich hier auf die, die ich kenne, und das sind Kompaktkameras, Superzoomer und Spiegelreflexkameras. Diese sind alle digital; ich besitze noch eine alte Kleinbildkamera, eine Vito CL.
Die 5D Mark II. Punkt.
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Auf meiner Seite darf ein kleines Essay über die aktuelle Kamera meiner Wahl nicht fehlen, die
Sie ist - neben der 1Ds Mark III - in Canons Produktpalette das einzige aktuelle Modell mit Sensor in Kleinbildformat. Aber - was heißt das denn eigentlich? Und warum ist sie so populär? Der Beitrag gliedert sich bisher in die folgenden Abschnitte: |
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| 1) Herkunft der 5D Mark II | 4) Ausstattung | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| 2) Exkurs: Sensorgrößen | 5) Macht die gute Bilder? | ||||||||||||||||||||||||||||||||
| 3) Meine Bewertung der 5D Mark II | 6) Links zur 5D und zur 5DII | ||||||||||||||||||||||||||||||||
Zu Ihrer Herkunft2005 stellte Canon die EOS 5D vor: sie bot (von ihren Fans liebevoll "Queen Mom" genannt), zum ersten Mal auch für den nicht-professionellen Einsatz einen digitalen Bildsensor, der in seinen Abmessungen dem beliebten analogen Kleinbild- oder auch 35mm-Film entsprach. Auf knapp 36x24mm tummelten sich bei der 5D 12,8 Millionen Bildpunkte. Das waren damals eine ganze Menge - und noch heute sieht man zufriedene 5D-Besitzer mit dieser Kamera bei der Arbeit. Sie war, im Gegensatz zu ihren Kleinbildformat-Kollegen aus der 1Ds-Serie, bezahlbar - und endlich waren 50mm auf dem Label des Objektivs auch 50mm in Sachen Bildwirkung (ein Umstand, der wesentlich dazu beitrug, dass auch ich KB-Fan wurde).
2008 erfuhr die 5D eine Generalüberholung, bei der Canon auf aktuelle Trends in den Bildgebungsverfahren reagierte: mit einem Paukenschlag wurde kurz vor der Photokina in Köln die 5D Mark II vorgestellt: die erste digitale Kleinbild-Spiegelreflexkamera, die auch noch Videos mit FullHD aufzeichnen konnte. Der Knaller aber war eigentlich der Preis: sie kostete zu ihrer Einführung weniger als 2.500€. Dumm nur, dass ich zu diesem Zeitpunkt bereits seit ca. einem Jahr im Besitz meiner 40D war. Die 5er musste also warten... |
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Exkurs: Sensorgrößen im VergleichDer Sensor in einer Digitalkamera oder einem Handy ist einer der zentralen Faktoren für die Bildqualität (wenn man von den eingesetzten Objektiven mal absieht). Viele Fotofans werden jetzt aufschreien, und natürlich spielen auch noch andere Faktoren eine Rolle (nicht zuletzt der Fotograf) - aber ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen DSLR und Kompaktkamera ist nunmal die Sensorgröße. Der Größe des Sensors im Verhältnis zu seiner Auflösung wird besondere Bedeutung zuteil; denn die Anzahl der einzelnen Fotodioden (die nehmen das Licht auf und wandeln es über den Bildprozessor in digitale Bildinformationen um) aus denen er aufgebaut ist, bestimmt die nominale Bildauflösung; und die Größe der einzelnen Diode begrenzt die Menge des einfallenden Lichts, die pro Flächeneinheit analysiert werden kann. Wird die aufnehmbare Lichtmenge für die einzelne Diode zu gering (weil die Diode zu klein ist), so muss das Signal elektronisch verstärkt werden. Eine solche Verstärkung aber führt, je stärker sie ausfällt, zu unangenehmem Bildrauschen. Kurz gesagt: wenige, größere Fotodioden sind besser als viele kleine. Noch besser als wenige große sind natürlich viele große Dioden... und deshalb ist die Größe des Sensors ausschlaggebend für die Bildqualität. Man spricht bei der Größe der einzelnen Dioden auch vom "Pixelpitch", der in der Regel in µm (Mikrometer - 1µm = 0.001mm = 0.000001m) gemessen wird. Hier mal eine Vergleichstabelle für gängige Sensorgrößen und Auflösungen:
Hier die Sensorgrößen aus der Tabelle mal zur Verdeutlichung der Größenverhältnisse:
Wie man hier deutlich erkennen kann: Es kommt doch auf die Größe an.
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Zurück zur 5D Mark IIIch will hier kein wirkliches Review aufziehen mit Testcharts, Analysen des ISO-Rauschens etc. pp. - denn davon gibt es im Netz weit mehr als genug. Die 5D Mark II ist heute Canons Kleinbildkamera "für Einsteiger", wenn man so will- und vorher war es die 5D. Daher will im Wesentlichen von meinen Erfahrungen mit "Horst" berichten, wie die 5DII in einschlägigen Foren genannt wird. Wie man in obiger Sensortabelle erkennen kann, bringt ein größerer Sensor einen zentralen Vorteil mit sich: man kann entweder größere oder mehr Dioden darauf unterbringen. Bei der 5DII ist ein wenig von beidem passiert: während die 5DII eine Auflösung von 21 Megapixeln bietet, sind ihre Fotodioden genauso groß wie bei einem etwas älteren APS-C-Modell von Canon, der EOS 20D. Diese hatte 8 Megapixel; würde ich heute einen Ausschnitt aus einem 5DII-Foto nehmen, der einem 1.6ten Teil der Gesamtfläche entspricht, so hätte ich auch genau diese 8 Megapixel. Allerdings hat sich nicht nur in der Sensor-, sondern auch in der Prozessorentechnik seit der 20D viel getan und damit erreicht man im Wesentlichen, dass man ein sehr geringes Rauschen selbst bei hohen ISO-Zahlen vorfindet. Die 5DII spielt bis ISO6.400 wirklich in einer hohen Klasse mit. Mehr dazu in den folgenden Abschnitten. |
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Für die ganz Ungeduldigen: hier schon einmal meine Bewertung der 5D Mark IIIch vergebe: * * * * * (4/5)
Jetzt werden sicher einige Aufschreie durch die Lande eilen - "nur" 4 Sterne? Ist der angetrunken?! Komme ich jetzt in allen Foren, in denen ich bin, bei 70% der User auf die Ignore-Liste? Na.
Auf jeden Fall: piano, piano, Leute - es gibt tatsächlich auch an einer Kamera wie der 5DII ein paar Punkte, die es mir verbieten, ihr 5 Sternchen anzuheften. Wie sich die 4 Sterne ergeben, will ich in den folgenden Abschnitten kurz erläutern. Naja, so lang wie nötig halt...
Zu den positiven Aspekten der Kamera braucht man nicht mehr viel zu schreiben: die Bildqualität ist atemberaubend. Nach mehr als drei Jahren führt die 5D Mark II nach wie vor die meisten Tabellen an, wenn es um die schiere Bildqualität geht. Das Auflösungsvermögen ist, geeignete Gläser vorausgesetzt, wesentlich höher als ein Kleinbildfilm jemals war (unabhängig von dessen ISO-Zahl). ISO-Rauschen ist bis ISO1.600 selbst im unbearbeiteten RAW kaum wahrnehmbar; ein EBV-technischer Problemfall wird es wirklich erst ab ISO12.800. Aber schließlich sind wir dann in Bereichen angelangt, die eigentlich Nachtsichtgeräten vorbehalten sind... wenn man obendrein in dunklen Umgebungen fotografiert und die Lichtwaage zu bedienen weiß, sind mit ISO6.400 Aufnahmen mit ca. F2 möglich, die es gut erlauben, die Szenerie auch in der schummrigsten Bar einzufangen. High-ISO-Fähigkeiten und AL-Tauglichkeit also ist es nicht, was der 5DII den 5. Stern stiehlt. Was ist es denn dann?
Nun, seien wir mal ehrlich: es gibt einige Punkte, die an der 5DII verbessert werden könnten. Die meisten werden jetzt schon mal gedanklich beim AF-Modul sein. "Nur ein Kreuzsensor?", werden sie sagen, und: "Überhaupt nur 9 Sensoren? Was zum Teufel soll das?!"
Aber, ich will ehrlich sein: wenn das der einzige Kritikpunkt wäre, dann könnte ich mich locker zurücklehnen, den 5. Stern anklicken und sagen: sch*** drauf. Ist ok. Tatsächlich aber kommen von meiner Seite zumindest zwei weitere Punkte hinzu, und wenn ein Gerät dieser Preisklasse (für 2,5K Euronen muss eine alte Dame eine Menge stricken) drei Kritikpunkte zu verbuchen hat, dann ist ein 5. Stern, dann ist die volle Punktzahl einfach nicht angebracht. Daher hier meine zwei Kritikpunkte, die IMHO schwerer wiegen als das antiquierte AF-Modul:
Kein 100%-Sucher
Kein abgedichtetes Gehäuse
That's it, folks. Deswegen bekommt die 5DII bei allem Fanboy-Getue keine 5 Sterne. Die Ursachen, warum die 5DII diese Defizite hat, kann man evtl. in der Absatzpolitik des Herstellers suchen. Canon will mit Sicherheit nicht die eigene (Profi-)Kundschaft, die zur 1DsIII greift, zum Kauf der 5DII bringen. Denn wer auf den 100%-Sucher verzichten kann, den AF nicht braucht und auch nur Indoor knipst, der kann dabei locker 1.500€ sparen. Aber das ist egal, wenn es um eine absolute und unvoreingenommene Bewertung eines Produkts geht. Für mich war die 5DII aus finanzieller Hinsicht die bessere Kamera als die 1Ds. Auch bin ich kein Fan von Batteriegriffen (auch wenn ich die Vorzüge eines HF-Auslösers zu schätzen weiß), denn sie machen die Kamera für meinen Geschmack etwas zu klobig. Aber sie (die 5DII) bekommt trotzdem keinen 5. Stern. Wem das nicht passt, der kann ja hier aufhören zu lesen. |
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AusstattungsmerkmaleAuch dazu gibt es jede Menge Quellen im Internet, aber das eine oder andere will ich hervorheben - auch, weil manche Unterschiede zwischen der "Queen Mom" (die 5D, wir erinnern uns^^ ) und "Horst" (der 5DII, wir erinnern uns vielleicht auch^^ ) für mich persönlich den Ausschlag gaben, das neue Modell zu kaufen. Das EF-BajonettGut, das Bajonett ist natürlich kein Argument für oder wider eine KB-Kamera. Aber trotzdem, nur der Deutlichkeit halber: wie schon die 5D akzeptiert auch die 5D Mark II keine EF-S-Objektive! Sie mag auch andere Produktklassifizierungen von Fremdherstellern nicht, die darauf hinweisen, dass "das Objektiv auf Kameras mit APS-C-Sensoren optimiert wurde" (Zitat Ende). Pfft. Ich bzw., die Herstellere meinen damit die einfacher und günstiger herzustellenden Objektive für das "Digitalformat", wie es vielfach geschimpft wird: "DC" bei Sigma (im Gegensatz zu "DG"), "Dii" bei Tamron (KB-tauglich: "Di") und EF-S (<> "EF") bei Canon. Gut, "einfacher und günstiger in der Herstellung" heißt IMHO sowieso nur, dass die Hersteller mit diesen Linsen ohne viel Aufhebens den gleichen Reibach machen können, wie mit aufwändiger herzustellenden KB-tauglichen Linsen. Aber tatsächlich ist es trotz fast ausschließlicher Nutzung des mittleren Bereichs der Linse so, dass diese Objektive auch nicht auf Qualität, sondern auf Flexibilität und Massentauglichkeit ausgerichtet sind. Als Ausnahme sei hier mal das EFS17-55/2.8 genannt, dass qualitativ in L-Regionen vordringt - preislich allerdings auch! Andere Beispiele wie die ganzen 18-200 Suppenzooms und Kapriolen wie das EF-S18-135 (wer will das?) aber deuten darauf hin, dass der übliche DSLR-User nur einen zweistelligen Zoomfaktor will. Denn er will keine Objektive wechseln. Wie geil ist das denn? Das muss man nicht wirklich verstehen. Jedenfalls sollte man EF-S-Linsen und ihre Fremdhersteller-Pendants nicht an die 5D, die 5DII oder eine 1D schrauben. Das kann (!) gut gehen (mechanisch, optisch wird man eine starke Vignettierung und/oder Randschwächen vorfinden), aber es muss nicht (im Zweifelsfall kann der größere Spiegel der Kamera gegen die Hinterlinse des Objektivs schlagen. Beachtet also, Leute, was ihr euch kauft. Bei Sigma muss "DG" draufstehen, bei Canon "EF" und bei Tamron "Di". Wer an der 5DII keine Linsen wechseln will, soll es halt lassen - und sich ein EF28-300L kaufen. Das wohl schlechteste L-Objektiv, das je gebaut wurde - aber wenigstens KB-tauglich und ein 10fach-Zoom. Was will der Knipser mehr? Das DisplayDas ist nun wirklich ein Argument für die 5DII im Vergleich zur 5D. In manchen Reviews wird falsch angegeben, es hätte nur 402.000 Bildpunkte oder ähnliche Zahlen; selbst die Vorstellung bei "the-digital-picture" (s.u.) beinhaltete diesen Fehler. Tatsächlich löst das Display sehr hoch auf (mit 920.000 Bildpunkten) und ist selbst im hellen Sonnenschein sehr gut ablesbar. Man kann neben der Belichtung also endlich auch die Schärfe eines Bildes in der gezoomten Ansicht sehr gut beurteilen - das war eines der Defizite der 40D, wie ich immer fand. Der Betrachtungswinkel ist ebenfalls recht groß, allerdings muss man beim Blick von oben oder unten technisch bedingt eine leichte Abdunklung in Kauf nehmen. Sollte Canon dem Nachfolgemodell ein Schwenkdisplay spendieren, so wäre das sicher gerade für die Video-Filmer recht zuträglich. Die Darstellung des Menüs ist sehr Übersichtlich und farblich gut gekennzeichnet, die Symbole schauen modern und detailliert aus - die Punkte des Displays werden auch hier genutzt. Natürlich ist das bewährte Histogramm (im Tonwert- und RGB-Modus) an Bord und die Möglichkeit, sich auch die Aufnahmeparameter anzeigen zu lassen. Gehäuse, Handling, SucherDie 5DII verfügt wie alle Profimodelle aus dem Hause Canon über ein wertiges Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung. Griffig und angenehm lässt sie sich in der Hand halten, gerade wenn man auch wie ich relativ große Hände hat. Schulterdisplay und Schnellwahlrad (das Rad auf der Kamerarückseite) unterscheiden sie und ihre zweistellig numerierten Verwandten von den drei- und vierstelligen Modellen. Alle Bedienelemente sind intuitiv bedienbar und liegen gut positioniert. Trotz 3"-Display finden die Buttons für Menü, Bildwiedergabe und Info, Löschen etc. links neben dem Display platz - das passt eindeutig besser als bei der 40D, wo diese Elemente unter das Display gewandert waren. Mein Kritikpunkt ist die fehlende Abdichtung. Weder am Bajonett, noch am Display oder am Batteriefach finden wir "echte" Dichtungen. Nur die Anschlüsse (USB, HDMI, Kabelauslöser und AV) und das Kartenfach sind halbwegs abgedichtet. So bringen auch die L-Linsen mit ihrer Gummilippe am Bajonett nur bedingt einen Nutzen. Wie oben zu lesen ist mein zweiter Kritikpunkt der Sucher - allerdings nur, weil er keine 100% des Bildes zeigt, das der Chip später aufzeichnet. Ansonsten hält er nämlich, was er versprechen sollte: er ist sehr hell und klar, zeigt neben den üblichen Infos (Lichtwaage, Anzahl Serienbilder, Blende und Belichtungszeit etc.) noch an, ob man einen monochromen Bildstil eingestellt hat, ob die Belichtungs- oder Blitzbelichtungsspeicherung (AE/FE) aktiv ist, wie der Ladezustand des Akkus ist uvm. - bravo, Canon. Da fehlt eigentlich nur noch die Uhrzeit und die Schuhgröße des Fotografen. |
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Macht die 5DII gute Bilder?Das ist so das Typische, wenn man auf Grund der riesigen Kamera, die man mit sich herumträgt angesprochen wird: "Das ist ja eine tolle Kamera. Die macht bestimmt fantastische Bilder, oder?" Nun, das ist ungefähr so, als würde man zu Tim Mälzer zu sagen: "Mensch, Tim - das ist ja ein tolles Topfset! Das kocht bestimmt fantastische 5-Gänge-Menüs, oder?". Ich denke, Sie verstehen, was ich meine. Ich will an dieser Stelle noch einmal (wie auf vielen anderen Hobby-Fotoseiten im Netz auch) darauf hinweisen: Die Kamera macht gar nix... und ich möchte das folgende Zitat, dessen Urheber mit leider entfallen ist, als Einleitung für mein Abschließendes Fazit zur Kamera verwenden: "Gute Fotografen machen gute Fotos. Sie schaffen das auch mit schlechten Kameras. Schlechte Fotografen machen schlechte Fotos. Sie schaffen das auch mit guten Kameras." Natürlich ist die 5D Mark II eine sehr gute Kamera, die optimale Ergebnisse ermöglicht. Automatisch liefern tut sie diese allerdings nicht. In kundigen Händen ist sie offenbar so gut, dass professionelle Modeshootings mit ihr gemacht werden; vor allem kommt sie dann zum Einsatz, wenn die Dynamik des Shootings den Einsatz von Mittelformatkameras erschwert. Daneben wird die MkII mittlerweile sogar eingesetzt, um Fernsehserien zu drehen - mehrere Folgen der Erfolgsserie "Dr. House" wurden mit einer 5D Mark II gedreht. Im Kern ist es also natürlich so, dass die 5DII tadellose Bildqualität für höchste Ansprüche und Auflösungen liefern kann - dies setzt aber voraus, dass der Fotograf ungefähr weiß, was er tut und halbwegs geeignete Objektive verwendet. Für mich persönlich bedeutete der Umstieg von APS-C auf Kleinbildformat, dass es (schon wieder) viel zu lernen gab. War die Bedienung der 5D zwar sehr ähnlich zur 40D, so waren Bildwinkel und -wirkung, Brennweitenbereiche und Möglichkeiten gänzlich andere. Die enge Anordnung der AF-Punkte im Sucher ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, und der Spiegelschlag kann einem schon Angst machen. Mein Kumpel, Besitzer eine 1DIII, meinte nach dem Auslösen der 5DII neulich: "Mann, wenn meine so machen würde, würde ich sie zum Service schicken!". Gehäusevibrationen empfehle ich, auch bei Stativaufnahmen, bei Belichtungszeiten von 1/100s und länger wenn möglich durch die Spiegelvorauslösung oder LiveView zu verhindern... Zum KB-Format selbst: ich tauschte einen KB-äquivalenten Brennweitenbereich von 28-135mm (das sind 17-85 an APS-C) gegen 24-70mm - was mir sehr entgegen kam. Trotzdem erstaunt es mich immer noch, wie nah man an ein Motiv herangehen kann (und muss) und welche Bildwirkungen mit echten 24mm erreicht werden können. Andererseits reichen die 70mm aus, um ansehnliche Portraits zu schießen, und zur Not nehme ich mein 150mm-Makro - und habe echte 150mm (im Gegensatz zu äq. 240mm, was in meinem Studio schon recht lang war). Die Freistellung macht von der Bildwirkung her eine ganze Blendenstufe aus - das sind neue Dimensionen, vor allem in Verbindung mit hochöffnenden Optiken wie dem 50/1.4. Endlich kann ich bedenkenlos mit ISO3.200 arbeiten. In Verbindung mit dem nun endlich "echte" 50mm messenden EF50/1.4 ist Available Light eine fabelhafte Sache. Die schiere Bildwirkung, die Farbwiedergabe (allerdings auch in Verbindung mit dem 24-70/2.8L, Review der Linse folgt noch), die Bildschärfe und der Dynamikumfang sind perfekt. Ist die Bildgestaltung mal nicht so 100%ig gelungen, so kann man bedenkenlos croppen und immer noch hervorragende Abzüge in Postergröße erstellen. Mein Fazit: ich will keine andere Kamera mehr. Die Ergebnisse der 5DII machen mich mehr als zufrieden. Macht die 5D Mark II jetzt gute Bilder? Ja, das tut sie. |
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Weiterführende Links
- Produktinformationen zur EOS 5D(I) (offizielle Canon-Seite / Produktarchiv)
- Produktinformationen zur EOS 5D Mark II (ebenso von canon.de)
- Beispielbilder zur 5D(I) und zur 5DII bei pixel-peeper.com
- Testberichte und Reviews auf Deutsch bei digitalkamera.de und auf Englisch bei dpreview.com, bei the-digital-picture.com und bei Ken Rockwell.
Canon EOS 40D
Mit dem "Kit" (so die Bezeichnung eines Sets aus Kamera + Objektiv) Canon EOS 40D + EF-S17-85/4-5.6 IS USM bin ich in die Welt der digitalen Spiegelreflexkameras eingestiegen.
Meine Wertung: * * * * * (4/5)
Das war Ende 2007, zu Weihnachten, und seitdem hat mich die Faszination der Fototechnik nicht mehr losgelassen... auch, wenn die Kamera ein wenig in die Jahre gekommen ist, sehe ich sie heute immer noch als guten Tipp für Neu- und Wiedereinsteiger: man bekommt einen gut erhaltenen Kamerabody für ca. 360-400€ und damit ein solides Stück Technik.
Ich hatte mich damals für eine zweistellige Canon entschieden. Nicht, weil man diese Modelle "Semi-Profimodelle" nannte, sondern weil sie zwei wesentliche, grundlegende Vorzüge haben: das Handling ist durch ein zweites Einstellrad auf der Rückseite und ein zweites Display, das sog. Schulterdisplay, deutlich bequemer (und auch schneller). Der zweite Vorteil ist, dass das Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung gefertigt und auch etwas größer ist; es wirkt wertiger und liegt mir einfach besser in der Hand (weil ich relativ lange Finger habe). Natürlich bezahlt man diesen Unterschied, aber mein Fazit: das war, ist und wäre erneut jeden Cent wert.
Zu den technischen Daten der 40D möchte ich hier nichts loswerden: man kann sie jederzeit bei Canon einsehen, z.B. hier.
Für mich stand also statt der Entscheidung "40D oder 400D" die Entscheidung "30D oder 40D" im Raum. Allerdings war die 30D damals nur ein sehr kleiner Entwicklungsschritt von der 20D her; die wiederum kannte ich von einem Kumpel, jedenfalls eine fantastische Kamera. Aber die 40D brachte einige Neuerungen mit, die in verschiedenen Tests sehr viel versprechend klangen: 9 Kreuzsensoren, der mittlere dabei mit doppelter Genauigkeit bei f2.8 und heller; ein Display mit 3" statt 2,5" bei der 30D - der neue Mini-Joystick und die Tonwertpriorität bei 14bit Farbtiefe des Sensors (im Vergleich zu 12bit bei der 30D). Nett waren auch atemberaubende 6,5 Bilder in der Sekunde bei 10,1 Megapixeln, selbst im RAW-Format - unglaublich. Obendrein gab es die 30er nur noch gebraucht, was bedeutet hätte, dass ich keine Garantie gehabt hätte...
Die 40D begleitete mich drei Jahre und wir beide haben zusammen viel Spaß gehabt - und gut 20.000 Bilder geschossen. Ich hatte nie Probleme mit der Kamera; ich habe ein einziges Mal den Sensor nass reinigen müssen. Das Gehäuse sah Ende 2010, als ich es verkaufte, noch fast aus wie am 1. Tag. Ich hätte sie grundsätzlich gern als Zweitkamera behalten (denn ich verkaufte sie ohnehin nur, weil eine Neue kam, dazu später mehr) - aber andererseits hatte ich Bedenken, dass sie eh nur noch im Schrank läge und dafür, ehrlich, dafür war sie einfach zu schade... einzig das Staub, der sich im Sucherschacht angesammelt hatte, störte mich ein wenig. Aber da er keinerlei Auswirkungen auf die Fotos hatte, lernte ich halt, damit zu leben.
Weitere Informationen:
-
Produktinformationen (offizielle Canon-Seite)

